Schnell ist der Vorwurf erhoben – mein erster Zahnarztbesuch endete schmerzhaft und mit vielen Tränen. Es war eine Lüge. Meine Mutter sagte mir, dass es nicht weh tun würde. Es tat weh und fragen Sie nicht, wie sehr. Vielleicht ist dieses traumatische Erlebnis meiner Kindheitstage immer noch maßgebend für meine Angst vorm Zahnarzt.
Dabei ist es nicht ganz richtig. Es ist nicht die Angst vor einem Zahnarzt oder vor Zahnärzten. Vielmehr ist es die Angst vor den Instrumenten, den Spritzen, Zangen etc. Auch die Geräusche und die Gerüche einer Zahnarztpraxis irritieren mich. Notwendige Roentgenaufnahmen bei einem Notdienst führten gar zu einem Würgegefühl bei mir. Ganz gleich, ob mein Zahnarzt in München oder anderswo ist, ich habe einfach Angst. Gut, es wäre ziemlich unnatürlich, wenn man gänzlich ohne Beklemmung zum Zahnarzt geht. Immerhin ist man meist während der Behandlung dem Zahnarzt willenlos ausgeliefert. Alleine diese Vorstellung macht mir Sorgen.
Zahnärzte wissen um diese Ängste. Gerade deshalb sind ihre Praxen mit allerei entspannenden Elementen ausgestattet. Von der Farbwahl der Tapeten über die Literatur bis hin zur Musik soll möglichst wenig auf die bevorstehende Behandlung hinweisen. Und, Kinder können spielen, lesen und malen. Anders als früher wird bei der Behandlung auch erklärt und selbst mir als Erwachsenem hilft das Vereisungsspray für Kinder.
Nein, meine Mutter ist nicht schuld. Wahrscheinlich ist es völlig normal, Angst vorm Zahnarzt zu haben.

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